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Eine multiperspektivische Lernreise

Eine multiperspektivische Lernreise

Autor: Harald Schirmer

Ziemlich genau vor 10 Jahren wurde ich erstmals von der CLC eingeladen, über meinen Ansatz mit sozialen Netzwerken, Communities und Lernen zu sprechen. Karlheinz Pape teilte beim CL20 Event ein Interview der SICK AG mit mir im Oktober 2015. Die besonders wertschätzende und offene Haltung, die Neugier und große Vielfalt an Menschen und Organisationen war damals schon beeindruckend.

Im folgenden Jahr lernten wir vor allem in und über soziale Netzwerke wie Twitter, LinkedIn und Google+, welche Möglichkeiten diese Plattformen für Weiterentwicklung boten. Gemeinsam berichteten wir dort von Events, diskutierten Fachthemen wie „Führung im Digitalzeitalter" und inspirierten uns gegenseitig mit Lernthemen wie Gamification, Virtual Reality, Peer-Learning oder das aufkommende Working Out Loud.

Im Mai 2017 war Working Out Loud bereits ein wachsendes „Movement" -- ein Grund mehr, im Rahmen der CLC diese neue Methode von John Stepper mit der Colearn-Gemeinschaft zu entmystifizieren. Dazu haben wir alle 12 Circle-Wochen live durchgeführt und auf YouTube gestreamt sowie zum Nachschauen gespeichert. Karlheinz Pape und Simon Dückert vom CLC-Kernteam waren aktiv in der WOL-Lerngruppe dabei, interessiert begleitet von vielen Neugierigen aus der Community.

In den jährlichen Corporate Learning Barcamps konnte ich auf meiner CLC-Lernreise Social Learning pur erleben: Die Agenda bestimmen die Teilgeber\*innen selbst, jede\*r kann eine Session anbieten, die Rollen wechseln ständig zwischen lehrend und lernend. Die „Kraft der zwei Füße" sorgt für maximale, persönliche Relevanz und die Veranstaltungsorte „bei Freunden" (z. B. Berufliche Hochschule Hamburg) für einen freundlichen, professionellen Rahmen. Über die Freiheit im Konzept entsteht nach anfänglicher Überforderung bei Neulingen schnell Verantwortungsübernahme -- zuerst für sich selbst (was möchte ich lernen, wo und mit wem?), später auch für andere oder das Event selbst, z. B. durch aktive Beteiligung vor Ort, hybrid oder online oder auch schon in der Vorbereitung zum nächsten Event. Daraus entstehen wertvolle Beziehungen auf die weitere gemeinsame Projekte aufbauen.

Auch MOOCathons sind eine besondere Variante des Social Learning: Keine starren Curricula, dafür eine Community, die gemeinsam im Rahmen des oft mehrwöchigen Events die Zukunft und Möglichkeiten modernen Lernens erkundet. Wie auch in Barcamps werden aus Teilnehmer\*innen Teilgeber\*innen. Menschen, die schüchtern starteten, moderieren plötzlich Sessions, schreiben Blogposts, vernetzen andere, oder bleiben lernhungrig im Hintergrund und übernehmen relevante Tätigkeiten, die das Gelingen sichern. Die äußerst wertschätzende Atmosphäre, die spürbare Energie (nicht im Wettkampf gegeneinander, viel mehr im Streben nach echten Erlebnissen, Wissens-Zugewinn und Selbstwirksamkeitserfahrung) und der persönlich-freundliche Umgang auf Augenhöhe sorgen für hohes Vertrauen und damit maximale Lernförderung.

Eine aktuelle Variante rund um KI sind die Promptathons -- schneller und intensiver geht gemeinsames Erforschen und Lernen mit großem Spassfaktor durch Gamification kaum.

Die Formel: Vertrauen + Plattform + gemeinsames Ziel = Lernerfolg für alle.

Als weitere Stationen oder Begleiter meiner multiperspektivischen CLC-Lernreise gab es diverse weitere Social-Learning Formate wie das Lunch&Learn oder Inspire&Network, in denen Expert\*innen spannende Einblicke in aktuelle Forschung, Entwicklungen, Technologien und Methoden geben -- sehr interaktiv und mit viel Raum für Fragen und Beteiligung. Es gibt regelmäßige „Stammtische" zu Sonderthemen und eine ganze Reihe von regionalen CLC-Gruppen, die sich auch physisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz treffen -- die Türen sind offen!

Es ist weniger wichtig, wo oder wann man mit der Corporate Learning Community die eigene Lernreise beginnt. Der Einstieg über Events mag vielen leichter fallen, willkommen ist jede\*r, konstruktiv mitzugestalten. Wie steil die Lernkurve ist, hängt natürlich vom persönlichen Zeit-Invest ab. Ob man als Anfänger\*in oder als Profi dazukommt -- man wird auf Augenhöhe und herzlich empfangen.

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