CLC - Dünger für mein Hirn
CLC - Dünger für mein Hirn
Autorin: Nicole Denzel
Wenn vom Begriff Community oder Gemeinschaft gesprochen wird, denken viele zunächst an Mitgliedschaften und etwas Verbindliches -- vielleicht sogar an geheime Rituale oder Abzeichen. Doch um es gleich vorwegzunehmen: An der Corporate Learning Community (CLC) ist nichts Geheimnisvolles und nichts Mystisches. Im Gegenteil: die Community ist das Ergebnis von Energie und Engagement vieler Menschen, die an unterschiedlichsten Stellen aktiv sind. Die CLC ist bunt, vielfältig und hat sich, wie ihre Mitglieder, im Laufe der Zeit gewandelt.
Erst durch die Einladung, einen persönlichen Beitrag zu verfassen, wurde mir wirklich bewusst, wie lange ich schon Teil der CLC bin -- und wie sich mein Zugehörigkeitsgefühl von „hilfreiches Netzwerk, da schaue ich ab und zu rein" zu „Ich gehöre dazu" verändert hat. Mein Einstieg in die Corporate Learning Community war nicht durch einen einzigen großen Aha-Moment geprägt, sondern durch viele kleine, nachhaltige Begegnungen.
Mein erstes Barcamp in Frankfurt
2017 stieß ich erstmals auf einen MOOCathon der CLC, in dem jede Woche ein anderes Unternehmen vorbereitet hatte, wie sie Lernen verstehen. Zu der Zeit arbeitete ich in einer Firma mit etwa 70 Kolleg*innen und hatte oft das Gefühl, mit meinem Hunger auf lebenslanges Lernen alleine dazustehen. Doch plötzlich hatte ich zwei bis drei Mal pro Woche die Möglichkeit zu sehen, „wie es andere machen". Es gab digitalen Austausch in Live-Terminen, vertiefende Diskussionen in Foren und viele Dokumente wurden bereitwillig zur Verfügung gestellt. Alles auf Augenhöhe und über Unternehmensgrenzen hinweg. Eine ganz neue Welt für mich!
Beim gemeinsamen Barcamp in Frankfurt wurden die digitalen Kontakte dann plötzlich physisch greifbar und es öffnete sich mir die Tür zu einem Netzwerk Gleichgesinnter. Ich kann mich heute noch an den großen Raum voller Menschen erinnern, bei der mir schon nach der halben Vorstellungsrunde der Kopf schwirrte. Es gab keine Agenda und doch hatte ich nach dem Einsammeln der Sessionvorschläge schon das erste Mal FOMO (Fear of missing out), weil so viel Interessantes gleichzeitig stattfand.
Von den Personen, die anwesend waren, hatten sich viele bis zu dem Zeitpunkt nur digital getroffen und trotzdem entstand ein Gemeinschaftsgefühl -- eine „krasse Herde". Bei der Rückfahrt wurde mir klar, dass mich nicht nur die verschiedenen Berufe und Hintergründe angesprochen hatten, sondern vor allem (und bis heute) das verbindende Element „Lernen" und ein wertschätzender, interessierter Umgang. In der CLC geht es für mich nicht um oberflächliches Netzwerken oder Visitenkartentausch, sondern um ehrliches, neugieriges Interesse am Gegenüber.
Frankfurt war für mich der Türöffner in die CLC und auch Monate nach diesem (und den folgenden) Barcamps erinnere ich mich immer wieder an Sessions, die mir neue Perspektiven eröffnet oder Gesprächskontakte für meinen Arbeitsalltag geliefert haben.

Wandel, Klassentreffen und langjährige Wegbegleiter*innen
Auf das Barcamp in Frankfurt folgten fast jedes Jahr meist zwei weitere Barcamps -- ob vor Ort oder Online, in Hamburg, Koblenz oder Walldorf -- immer war das Lernbuffet prall gefüllt. Und nach zunächst schüchternem Mitmachen habe ich nach und nach immer mehr Menschen kennen- und schätzen gelernt. Die Vision 2025 haben wir längst schon eingeholt und trotzdem sind wir immer noch nicht am Ende angekommen (zum Glück).
CLC-Veranstaltungen fühlen sich für mich heute an wie Alumni-Treffen: viele bekannte Gesichter, kombiniert mit neuen Begegnungen, während gesetzte und Hype-Themen durch die CLC Bubble wandern. Ich kann viele Personen nicht nur zuordnen, sondern kenne auch ihre Expertisen, Erfahrungen und Entwicklungen: eine sich bewegende Gemeinschaft.
Im Laufe der Jahre habe ich selbst auch verschiedene berufliche Stationen durchlaufen. Doch ganz gleich, ob ich als Inhouse-Beraterin tätig war, ein Lernmanagement-System eingeführt, im Produktmanagement gearbeitet oder mich mit Themen wie Virtual Reality und Künstlicher Intelligenz befasst habe -- eines hat sich stets bewährt: In der CLC finde ich immer Menschen, die sich mit ähnlichen Fragestellungen auseinandersetzen und die ich unkompliziert ansprechen kann. Auf diesen wertvollen, unterstützenden Austausch konnte ich mich jederzeit verlassen.


Peer Learning at it's Best
Mit dem Aufkommen von Methoden wie Working Out Loud oder lernOS in der CLC war ich schließlich komplett angekommen und (im positiven Sinne) so verwoben, dass ich nicht mehr weg wollte. Begegnungen gab es mittlerweile häufig: auf den Barcamps, der re:publica, beim Pub-Quiz oder in digitalen CoWorking-Sessions während der Pandemie, beim digitalen Gärtnern, auf der Learntec, beim Promptathon oder bei regionalen Stammtischen... die Vielfalt der Formate und Methoden, die wir gemeinsam ausprobiert haben, ist einfach nur bereichernd. Das zeigt sich auch in einigen der Sketchnotes, die ich aus meinem Archiv gekramt habe und gerne als „Sharing-Momente" hinzufüge.
Gepaart mit Peer Learning, dem gegenseitigen Anstacheln, Mittragen und voneinander Lernen -- ist für mich die CLC ein komplettes Konzept. So vielfältig die Menschen auch sind, die Offenheit und das Interesse aneinander bleiben konstant: In der CLC zählt nicht der Lebenslauf, sondern was wir gemeinsam teilen -- Ideen, Neugier und die Lust am Lernen. Dabei zu sein, mitzuwirken und auch selbst ansprechbar zu sein ist das, was mich im beruflichen Alltag stärkt!
Zusätzlich habe ich erlebt und mittlerweile verinnerlicht: mit den richtigen Menschen zuerst online zusammenarbeiten und sie erst im Nachgang persönlich treffen... das geht!
Wenn wir authentisch in den Austausch gehen, sind unsere Persönlichkeiten in jedem Format spürbar... dann ist das persönliche (physische) Treffen nur noch die Bestätigung, dass es einfach passt.

Ausblick: Mein Wunsch für die Zukunft der CLC
Lange habe ich überlegt, ob ich einzelne Menschen namentlich nennen soll, die ich mit der CLC besonders verbinde. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden -- aus dem einfachen Grund, dass der Beitrag niemals ausreichen könnte, wirklich allen gerecht zu werden und ich vermutlich die nächsten Tage damit verbringe, noch einen Namen mehr „hinterher" zu liefern.
Das stimmt mich vor allem dankbar, weswegen ich es umdrehe und DICH direkt ansprechen möchte: Danke, dass DU (wenn wir uns kennen) Teil meiner CLC-Reise bist oder warst, und dich mit mir an so viele Erlebnisse erinnerst. Und selbst wenn wir uns noch nicht persönlich getroffen haben: Danke, dass du Teil der CLC-Vielfalt bist und unsere Gemeinschaft durch deine Erfahrung bereicherst!
Daraus ergibt sich mein größter Wunsch für die CLC: Dass wir auch in Zukunft eine aktive Community aus engagierten Professionals bleiben -- eine Gemeinschaft, die vom Mitmachen lebt. Lesen ist wichtig, und natürlich kann nicht jede*r immer überall dabei sein. Aber diese Gemeinschaft lebt davon, dass wir uns nicht nur beschenken lassen, sondern auch aktiv beitragen.
Mein persönliches Fazit
Für mich ist die CLC ein elementarer Bestandteil meines beruflichen Lebens geworden -- ein „Ort", der mich durch unterschiedliche Stationen und wechselnde Aufgaben begleitet hat. Ich wünsche mir, dass die Community weiterhin mutig, offen und neugierig bleibt. Mein größter Wunsch: Dass jede*r, der neu zu uns stößt, dieses besondere Vertrauen, diese Offenheit und Unterstützung spüren kann -- so wie ich es erlebe. Schenkt der Community und den Projekten das Grundvertrauen, dass es euch weiterbringt. Denn eines habe ich gelernt: ich weiß nie, wann ich etwas aus unserem Austausch wieder verwenden kann, aber ich bin sicher, dass es so sein wird.
Allen, die diese Community gestalten -- sichtbar und unsichtbar: Danke!
Ihr habt geholfen, meine Lernbatterien immer wieder aufzuladen.
Und frei nach einem Spruch von Karlheinz Pape: „Die Corporate Learning Community ist (für mich) Dünger für mein Hirn - und mein Herz."