Onboarding at it‘s best
Onboarding at it's best
Autorin: Nicole Reese
„Hallo Nicole, hast Du nicht Lust und Interesse, mit einem kleinen Beitrag dabei zu sein?..."
Da war sie nun, diese Anfrage. Anfang Juni schneite sie in mein\ LinkedIn-Postfach rein. Klar, hatte ich vom Buchprojekt bereits gehört, aber meine Ohren sofort wieder eingeklappt. Für wen war dieses Projekt wohl gedacht, wenn nicht für die alten Hasen, die bereits seit Jahren dabei sind, oder? Was könnte ich als Frischling, welche erst seit gut einem Jahr dabei war, schon Spannendes beitragen?
Normalerweise bin ich Meisterin der knappen Antworten: norddeutsch, kühl, zutreffend -- „passt alles schon". Wahlweise auch ein „Merci" oder „Dankeschön". Bei sämtlichen Kundenzufriedenheitsumfragen falle ich wegen meiner allzu knappen Rückmeldungen durch. Aber so kurz durfte ich mich hier nicht fassen: Zwei bis vier Seiten, Schriftgröße 12, Abgabe 15. August. Also tat ich das, was ich in solchen Fällen am besten kann: prokrastinieren.
Wochenlang versteckte ich mich hinter der Suche nach dem perfekten Titel, der superspannenden Story und -- nicht zu vergessen -- dem ultimativen Einstieg. Wie in der Werbung: „Du machst alles, außer deine Steuer." Ersetze Steuer durch Buchbeitrag -- und schon passt's.
Beginnen wir mit einer Frage:
Gibt es ein Leben außerhalb meiner beruflichen Langzeit-Bubble?
Von Haus aus bin ich Diplombibliothekarin. Das Sammeln, Dokumentieren und Wiederauffinden von Wissen -- die passenden Regelwerke und Methoden inklusive -- habe ich von der Pike auf gelernt. Über verschiedene Irrungen und Wirrungen landete ich dort, wo ich heute noch bin: Zwar abseits des erlernten Berufs, aber weiterhin in Sachen Wissensmanagement und Wissenstransfer unterwegs. Kein offizieller Rollentitel mehr -- aber immer mit viel Herzblut dabei.
Vor zwei Jahren setzte ich die Segel neu. Mein Kind war zum Studium ausgezogen, die Wohnung frisch durchgemalert, die Möbel neu -- und ich bereit für den nächsten Schritt.
Back to the roots: Auf Empfehlung einer Freundin meldete ich mich zu einer Weiterbildung als Wissensmanagerin an. Rückblickend war das die Initialzündung: Ab da fielen die Dominosteine in Richtung CLC, einer nach dem anderen.
Vorher hatte ich von der CLC noch nie gehört. Doch wie das so ist: Sobald man den Begriff kennt, taucht er überall auf. Bei Veranstaltungen, Barcamps, in anderen Communities -- irgendjemand kennt immer jemanden aus der CLC. Wer mir den eigentlichen Tipp gab, weiß ich heute gar nicht mehr.
Aber er war die Antwort auf meine Frage: Ja, gibt es!
Onboarding-Fever
Im Juli 2024 war es so weit: Ich trat offiziell der CLC bei.
Kurz darauf landeten acht (!) inhaltlich aufeinander abgestimmte Willkommens-Mails im Abstand von wenigen Tagen - appetizer-like - in meinem Postfach. Keine Informationsflut, sondern wohldosierte Portionen zu Events, Formaten und Möglichkeiten. Ganz nach meinem Geschmack.
Die Herzlichkeit und ganz besonders die Wertschätzung, die mir entgegenkam - WOW. Neugier auf mich als Newbie -- ich fühlte mich, als hätte man mir, Ehrenbürgerin einer Stadt gleich, den Schlüssel zu einer neuen Welt überreicht.
Plötzlich öffnete sich ein Universum: LinkedIn und Mastodon-Postings, Inspire-Events, Networking open end, Lunch & Learn-Formate, Barcamps (was war das noch mal genau?), Promptathons (schon mal gehört, aber keine Ahnung, wie's funktioniert), der KI-Coach -- und jetzt auch noch dieses Buchprojekt.
Alles neu. Alles spannend. Und ich? Ausgehungert und geradezu verwahrlost, stürzte ich mich in dieses Universum hinein.
Und dann war da noch Olli. Offiziell: Oliver Ewinger. Inoffiziell: mein persönlicher Wegweiser in diese neue Welt. Kaum war meine Beitrittsanfrage durch, bekam ich von ihm eine freundliche, offene Nachricht: Willkommen -- und falls ich Fragen hätte, einfach melden.
Olli war kein distanzierter Chatbot, sondern Fleisch und Blut der Community, jemand, der das Wesen und den Geist dieser Gemeinschaft atmete. Er kannte gefühlt jedes Mitglied beim Namen, kein neues Format war vor ihm sicher, KI sein zweiter Vorname -- und bereit, dieses Wissen zu teilen.
Unter seiner „Patenschaft" tauchte ich in mein erstes Inspire & Network-Event auf Remo ein, bei dem ich anfangs dachte, ich würde mich einfach nur klammheimlich dazuschalten -- und dann plötzlich mitten in einer unglaublich inspirierendem Keynote steckte. Anschließendes Networking mit spannenden Insights inklusive. Ich probierte alles aus, was mir begegnete. Beobachten war mir zu wenig -- ich wollte mitmachen, ausprobieren, lernen. Meine Onboarding-Story habe ich dann Anfang diesen Jahres in einem solchen Event zum Besten gegeben und hoffe, damit habe ich andere Newbies mit meiner Energie angesteckt und Mut zum Mitmachen gemacht..
Angeregt durch diese Impulse wurde ich mutiger und meldete mich kurz darauf freiwillig ins Orgateam meines ersten Barcamps. Von nichts eine Ahnung, noch nie dabei gewesen -- aber mit Lernfeuer ohne Ende. Diesmal war es Karlheinz, der mich unter seine Fittiche nahm, ohne mir je das Gefühl gegeben zu haben, ein blutiger Anfänger zu sein.
Das VDMA CLC Barcamp in Frankfurt im November 2024 wurde zu meiner Feuertaufe in Sachen Podcasting und vielem mehr.
Enden wir mit einer Frage
Der Beitritt in die Corporate Learning Community als Gemeinschaft der Learning Professionals war für mich wie Home Coming -- endlich dort, wo die Lerngeister zu Hause sind! Der gegenseitige Austausch und das ständige Dazulernen sind so ansteckend wie eine gute Frage zum Nachdenken anregt.
Liebe Community: Merci für die vielen genialen Saatkörner, die Ihr in mir gesät habt. Welche wollen wir gemeinsam als Nächstes säen?