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CLC069 - Protokoll einer Lernreise

#CLC069: Protokoll einer Lernreise

Autor:innen: Jochen Robes, Annette Sell, Angela Stotz

Präliminarisches

Ein Buch über die CLC, über die Corporate Learning Community, ohne die regionale Community in Frankfurt und RheinMain, ohne #clc069? Kann das sein, darf das sein? Nein! Also haben wir uns spät, aber hoffentlich nicht zu spät, hingesetzt, haben alte Blogbeiträge, Posts, Tagebuchnotizen und Fotos zusammengeworfen, gesichtet und ausgewertet. Dabei haben wir uns auf eine Zeitspanne zwischen 2017 und 2021 konzentriert. Nicht, weil sich die Frankfurter Community aufgelöst hätte. Nein, die Frankfurter Community lebt weiter, aber Corona war eine Zäsur, bedingte eine Pause, und anschließend haben wir den Staffelstab der Moderation in gute Hände weitergereicht.

Aber genug der Vorrede! Voilà, hier folgen Chronik, Rückschau und Werkstattbericht der #clc069 in Wort und Bild.

Wie alles begann

Auch die #clc069, wie wir unsere Community genannt haben und auch im Folgenden nennen wollen, hat einen Anfang. Nachzulesen ist, dass sich am 17. Dezember 2027 elf interessierte Menschen getroffen haben, um sich über Corporate Learning-Themen (was sonst?) auszutauschen. Nicht mehr nachzulesen, aber zu erinnern ist, dass uns Charlotte Venema in die Räume von Hessenmetall im Norden Frankfurts eingeladen hatte. Und das Treffen ist nicht vergeblich gewesen, denn wir konnten nur wenige Tage später mit einer „Geschäftsordnung" für die neu formierte regionale Community aufwarten. Dort haben wir elanvoll Ziele formuliert, einen Ablauf und erste Themen überlegt und Organisatorisches schriftlich festgeklopft - woran wir uns in der Folgezeit auch meist gehalten haben! Nicht ganz unwichtig: Wir haben uns zu dritt als Moderator:innen ausrufen und bestätigen lassen, so dass die Regie für alle folgenden Treffen erst einmal in festen Händen lag.

Und wie es seinen Lauf nahm: eine kurze Chronologie

05.03.2018, 2. Treffen:

Wir konnten gleich Stefan Diepolder, CLC Mitglied aus Wiesbaden, gewinnen, über seine Lieblingsthemen, Content Curation und persönliches Wissensmanagement, mit uns zu sprechen und uns am Beispiel von OneNote ganz konkret zeigen lassen, wie er es selbst umsetzt.

18.06.2018, 3. Treffen:

In den Räumlichkeiten der Deutschen Bank ging es, na klar, um nichts weniger als die digitale Transformation und ihre Bedeutung für Learning & Development. Aber, so ist nachzulesen, wir mussten, da der Referent kurzfristig ausfiel, direkt mit dem zweiten Punkt der Agenda, dem „Gallery Walk", beginnen. Es hat offensichtlich funktioniert und der guten Laune der Anwesenden keinen Abbruch getan.

Teilnehmer und Teilnehmerinnen am 3. #clc069-Treffen (Quelle: Twitter), Die Abbildung zeigt einen Tweet, also eine Nachricht auf Twitter, von Annette Sell. Sie schreibt über ein Regionaltreffen der Gruppe #clc069 der Corporate Learning Community. Es war bereits das 3. Treffen dieser Gruppe. Die Teilnehmenden haben sich bei einem „Gallery Walk" ausgetauscht -- das ist ein Rundgang, bei dem Ideen vorgestellt werden. Annette grüßt in ihrem Text alle anderen Gruppen der Community. Darunter sieht man ein Gruppenfoto mit etwa 20 Personen. Alle lächeln und winken in die Kamera. Sie wirken fröhlich und engagiert. Auf dem Foto stehen die Wörter clc069 und digitaletransformation.

15.10.2018, 4. Treffen:

Über der Einladung stand „Alles muss agil sein! Muss es das?", Gastgeber war Ernst & Young in Eschborn, und wir hatten auch wieder einen Impulsgeber (Minh Luong). Kurz: Das Thema kam an („volles Haus").

10.12.2018, 5. Treffen:

Im Protokoll ist nachzulesen, dass wir uns in den Räumen der Frankfurt School of Finance & Management getroffen und das selbstorganisierte Lernen thematisiert haben. Aber auch, dass Bahnstreik, Vorweihnachtszeit und Grippewelle die Runde der Interessierten klein gehalten haben. Aber etwas Bemerkenswertes gab es dann doch: Ein unangemeldeter Gast! Gernot Kühn von den Lernfuturisten in Berlin. Er war auf der Durchreise und hatte unser Treffen im Internet gefunden. Später erklärte er uns sein damals noch ganz frisches Konzept Learning Out Loud.

Kommentar zum 5. #clc069-Treffen (Quelle: Twitter), Die Abbildung zeigt einen Tweet, also eine kurze Nachricht auf Twitter, von Silke Westphal. Sie schreibt über das Thema Lernen im Unternehmen. Sie sagt: Manche Diskussionen über Lernen scheitern schon an den Worten, die wir benutzen. Viele Kolleginnen und Kollegen sagen nicht „Ich lerne", sondern zum Beispiel: - „Ich finde was raus." - „Ich fuchse mich in ein Thema rein." -- „Ich lasse es mir zeigen."

18.02.2019, 6. Treffen:

Design Thinking war unser Thema. Und wie immer haben wir Theorie und Praxis (ein Gruppenwettbewerb mit dem Titel „Paper Tower"!) kreativ und fantasievoll kombiniert.

21.05.2019, 7. Treffen:

Wir haben uns wieder in der Deutschen Bank getroffen. Zwei Expertinnen der famosen Agentur quäntchen + glück haben uns unter dem Motto „Corporate Learning trifft New Work" mit Bildungsideen aus ihrer Praxis inspiriert.

21.10.2019, 8. Treffen:

Badges waren das Thema. CLC-Mitglied Oliver Lorenz (Ernst & Young) spielte nicht nur den Gastgeber, sondern präsentierte uns auch gleich das EY Badge System. Das Protokoll verzeichnet für das Treffen eine „kontroverse Diskussion".

09.12.2019, 9. Treffen:

Es musste wieder improvisiert werden. Ad hoc wurden Themen gesammelt und diskutiert, von „Wie lässt sich informelles Lernen messen?" bis „Nachhaltigkeit, Transfer, Wirksamkeit".

24.02.2020, 10. Treffen:

Vieles kam zusammen: Ein Treffen im Silberturm der Deutschen Bahn, Rosenmontag, trotzdem ein volles Haus mit knapp 30 Teilnehmenden und das Thema „Lernen in komplexen Zeiten" (Cynefin/ Dave Snowden), souverän moderiert von Angela Stotz. Letztes Treffen in Präsenz!

Das Cynefin-Modell (Quellen: Wikipedia, agile42, Angela Stotz), Die Grafik zeigt eine Zusammenfassung des Cynefin-Modells. Dieses Modell hilft, Situationen besser zu verstehen und passende Entscheidungen zu treffen. In der Mitte sieht man ein Kreuz mit vier Bereichen und folgenden Bezeichnungen: Simple, das heißt „einfach"; Complicated, das heißt „kompliziert"; Complex, das heißt „komplex", Chaotic, das heißt „chaotisch". In der Mitte ist noch ein kleiner Bereich, der mit Disorder bezeichnet ist, das heißt „Unordnung". Links daneben stehen Merkmale für komplexe oder chaotische Situationen: - Man weiß vorher nicht, was passiert. - Man kann es nicht kontrollieren. - Es gibt keine festen Ziele. - Man muss sich ständig anpassen. Rechts daneben stehen Merkmale für einfache oder komplizierte Situationen: - Man kann wissen, was passiert. - Man kann planen und kontrollieren. - Man kann sich an festen Zielen orientieren. Der Hintergrund zeigt bunte LEGO-Steine. Sie stehen sinnbildlich dafür, dass man aus verschiedenen Teilen etwas Neues zusammensetzen kann -- je nach Situation.

19.05.2020, 11. Treffen:

Corona. Wir haben also online diskutiert, über die Theorie U (Otto\ Scharmer) angeleitet von Thomas Klug. Ich (Jochen) war zwar dabei, aber viel ist nicht hängengeblieben.

27.08.2020, 12. Treffen:

162 angemeldete Teilnehmende, 62 Anwesende. Verhandelt wurde, natürlich online, „Social/ Informelles Lernen am Beispiel von MS Teams". Oliver Lorenz lieferte wieder die Unternehmenspraxis.

26.11.2020, 13. Treffen:

Wir haben unter der Überschrift „'ne Retro auf 2020" einige Leitfragen mitgebracht und diskutiert. Aber zu lesen ist auch: „Der Wunsch oder vielmehr die Sehnsucht nach echter Nähe ist bei allen groß." Jahresausklang.

24.02.2021, 14. Treffen:

Das Motto der Corporate Learning Community für 2021 lautete „Wissen teilen". Also haben wir als #clc069 die Vorgabe aufgenommen und nach Tools, Tipps und Erfahrungen gefragt. 20 Interessierte waren online dabei.

20.05.2021, 15. Treffen:

Immer noch online. Hajo Noll (Canudo) hatte das vielschichtige Thema „Nachhaltig Lernen in Organisationen" mitgebracht und einen weiten Bogen von den Sustainable Development Goals (SDGs) bis zur Bildungspraxis in Organisationen gespannt (und hatte er dabei nicht auch eine Axt in die Kamera gehalten?).

Die Community

Wie viele Menschen zur #clc069-Community gehören, können wir nicht sagen bzw. konnten wir nie sagen. Sie besteht aus einem festen Kern von Menschen, die auch Teil der „großen" Community und im Umkreis von RheinMain zu Hause sind. Hinzu kamen viele, die eher zufällig auf unsere Einladungen gestoßen sind. Xing war da eine gute Adresse, um solche Teilnehmenden einzufangen. Das hat dazu geführt, dass unsere Runden nicht nur mit der Corporate Learning-Brille auf die Themen geblickt haben. Und das war eigentlich immer eine Bereicherung.

Die Einladungen haben wir meist via Xing zwei oder drei Wochen vor dem Termin freigeschaltet. Hinzu kamen Posts auf Twitter mit dem Frankfurter Hashtag #clc069. Wir haben auch um Anmeldungen gebeten, um die Anzahl der Stühle und Getränke etwas steuern zu können. Aber wie immer gab es natürlich auch die bekannten kurzfristigen Absagen oder Abwesenheiten.

Was wir im Rückblick vielleicht versäumt haben, waren Aufbau und Pflege einer Liste von Interessierten, um langfristig auf einen festen Verteiler zugreifen zu können. So hatten wir - je nach Gastgeber und Thema - zwischen sieben und 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

Die Treffen

Natürlich standen die Themen und die Impulsgeber und Impulsgeberinnen im Mittelpunkt unserer Treffen, und natürlich hatten sie alle Freiheiten, ihre Themen und Stichworte nach eigenem Ermessen umzusetzen. Schließlich investierten sie ihre Zeit (ohne Honorar), um mit uns zu diskutieren! Aber jedes Treffen begann mit einer kleinen Übung, einem angeleiteten Warmlaufen, die den Austausch und das Netzwerken unterstützen sollte. Unsere Netzwerk-Expertin Annette Sell konnte hier aus einem großen Fundus an eigenen Erfahrungen schöpfen. Oder wir schauten einfach bei Liberating Structures nach, wie wir einen lebendigen und interaktiven Auftakt gestalten konnten.

In unseren Protokollen sind zum Beispiel folgende Übungen belegt: die „Galerie der Unbekannten" (3. Treffen), „Afrikanischer Klatschkreis" (4. Treffen), „Paper Tower" (6. Treffen), „Impromptu Networking", „1-2-4-All", „25/10 CrowdSourcing" (8. Treffen), „Kennenlern-Bingo" (10. Treffen). Wer Lust hatte, eine Übung auszuprobieren, fand im clc069-Kreis immer offene Abnehmer!

Ansonsten waren uns die Gastgeberinnen und Hausmeister dankbar, wenn wir den formellen Teil pünktlich nach zwei Stunden beendeten. Oft diskutierte ein kleiner Kreis dann im nahegelegenen Lokal weiter.

Hinter den Kulissen

Das Community Management der #clc069 hatte zwei zentrale, wiederkehrende Aufgaben: Das betraf zum einen die Frage, wo man sich beim nächsten Mal treffen kann. Oft konnten wir diese Frage im Rahmen eines Treffens klären, wenn Anwesende - vor allem aus größeren Unternehmen - sich anboten, beim nächsten Mal eine Gruppe von 15 bis 25 Menschen nach Feierabend aufzunehmen. Dabei kann im Rückblick nicht ausgeschlossen werden, dass ein Gastgeber Deutsche Bank oder Deutsche Bahn auch die eine oder andere neugierig machte, doch mal bei einem clc-Treffen vorbeizuschauen.

Die andere Frage drehte sich um das Thema, das im Mittelpunkt eines Treffens stehen sollte. Denn ganz ohne Thema einzuladen und die Themen erst vor Ort einzusammeln ("Lean Coffee"), haben wir uns nicht getraut. Manchmal löste sich die Themenfrage ganz charmant auf, wenn Gastgeber, Impulsgeber und Thema quasi aus einer Hand kamen. Oft suchten wir (Moderator:innen) Menschen, von denen wir wussten, dass sie etwas zu erzählen hatten und eventuell bereit waren, einen Abend mit uns zu verbringen. Als aktives Networking sozusagen. Ein oder zweimal ist es auch vorgekommen, dass wir selbst mit einem Thema das Treffen einleiteten.

Bleibt die Kommunikation. Wir selbst haben uns intern schnell mit WhatsApp („CLC69 Weltbestes Orgateam!") und OneNote (für Schriftliches und Notizen) eingependelt. Für die Welt da draußen wurden Einladungen und Posts verschickt. Jede regionale Community der CLC geht da ihren eigenen Weg, aber wir haben lange Zeit die Events via Xing verbreitet, was irgendwie den schönen Effekt hatte, dass uns immer Menschen aufgesucht haben, die vorher noch nie etwas von der Corporate Learning Community gehört hatten. Wir haben es für die #clc069-Kommunikation auch mal mit Slack versucht, doch schnell wieder aufgegeben.

Zuletzt die Dokumentation. Wir haben es wirklich geschafft, über die 15 Treffen zwischen 2017 und 2021 etwas zu schreiben, meist arbeitsteilig, mal kürzer, mal länger, oft ergänzt um die Materialien der Impulsgeber und weitere Links! Und immer auf colearn.de, wo die Beiträge heute noch nachzulesen sind.

Corona

Wie schon erwähnt, bildete Corona eine Zäsur. Es haben zwar noch drei weitere Treffen in 2021 und 2022 stattgefunden, doch versagten hier meist schon die Protokolldienste. Offene Online-Treffen mit Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum haben sich aus Sicht einer Frankfurter Community einfach nicht gut angefühlt. Also haben wir als Moderationsteam irgendwann innegehalten. Und uns gefreut, dass die #clc069 jetzt von einem neuen Team fortgeführt wird. Aber darüber wird dann im nächsten CLC-Buch zu berichten sein!

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