Zum Inhalt

Persönliche Wissens- und Lernumgebung

Persönliche Wissens- und Lernumgebungen

Persönliches Informationsmanagement (PIM)

Wissen kann man ebenso wenig direkt managen, wie individuelle Lernprozesse. Das bedeutet auch, dass man Wissen nicht "speichern" oder in "Wissensdatenbanken" ablegen kann. Man kann Wissen aber versuchen zu dokumentieren und in Form von Informationen speichern oder über Informationskanäle an andere Personen übertragen.

Unter persönlichem Informationsmanagement versteht man alle Tätigkeiten zum Erfassen, Organisieren, Suchen, Austauschen und Verwenden von Informationen. Die Software-Kategorie Personal Infomation Manager (PIM) deckt hiervon einen Teil ab, typischerweise E-Mails, Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen (z.B. Outlook, Thunderbird).

Für einen umfassenden Ansatz des persönlichen Informationsmanagements sind aber darüber hinaus weitere Fragen zu beantworten:

  • Welche Informationen sind für mich relevant?
  • In welchen Formaten liegen diese Informationen vor?
  • Welche Informationssysteme nutze ich? Was sind für mich die Haupt-Systeme?
  • Auf welchen Informationskanälen erhalte und teile ich Informationen?
  • Wie organisiere ich meine Informationen?
  • Wie sichere ich meine Informationen (Datensicherheit, Backup)?
  • Welchen Personen oder Personenkreisen möchte ich Zugang zu meinen Informationen gewähren?

Persönliche Lernumgebungen (PLE)

Ähnlich wie der persönliches Schreibtisch ist die persönliche Lernumgebung eine sehr individuelle Angelegenheit. Das trifft auch auf den digitalen Teil der persönlichen Lernumgebung zu: alle Lernenden müssen sich geeignete Tools auswählen und einrichten.

In der Praxis kommen häufig folgende Software-Arten in der persönlichen Lernumgebung zum Einsatz:

  • Digitales Endgerät - Hardware für den Zugriff auf Software und Dienste, z.B. Laptop, Smartphone, Tablet
  • Personal Information Manager - Verwaltung von E-Mail, Kalender, Kontakte, z.B. Outlook, Firebird, Gmail
  • Task Management Software - Organisation und Planung von Aufgaben, z.B. To Do, Todoist, Omnifocus
  • Digitales Notizbuch, auch Skratchpad - digitale Notizen verwalten, z.B. OneNote, Evernote, Joplin
  • Dateiablage - Dateien in Ordnern organisieren, z.B. OneDrive, Dropbox, Google Drive
  • Outliner - Erstellung von hierarchischen Gliederungen und "Zettelkästen" in Textform, z.B.
  • Mindmap-Software - Erstellung und Bearbeitung von grafischen Themenstrukturen, z.B. XMind, MindManager, Freemind
  • Referenzmanager - Verwaltung von Links und Literatur, z.B. Zotero, Mendeley, Liquidtext
  • Videokonferenz-Software - Durchführung von Audio- und Videokonferenzen meist mit Screensharing und Chat, z.B. Teams, Zoom, Jitsi
  • Chat - Schreiben von Kurznachrichten, Erstellen von Chat-Gruppen, z.B. Teams, Slack, Telegram
  • Online-Foren - Diskussion von Themen in webbasierten Foren, z.B. Discourse, Reddit
  • Zeitmanagement - Planung und Einhaltung von Zeiten für Aufgaben
  • Blog - Schreiben und Veröffentlichen von Blog-Beiträgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, z.B. Wordpress, Medium, Connections
  • Podcast - Hochladen und Veröffentlichen von Audio-Blogs
  • Video-Blog - Hochladen und Veröffentlichen von Video-Blogs (vlogs), z.B. YouTube, Stream
  • Feedreader - Abonnieren und Empfangen von Nachrichten im Format RSS oder ATOM
  • Podcatcher - Abonnieren, Empfangen und Anhören von Podcasts
  • Soziale Netzwerke - Pflegen von Profilen, Schreiben von Statusnachrichten und Vernetzen mit anderen, z.B. LinkedIn, Yammer, Connections

Der lernOS Memex als persönliche Lernumgebung

Die einzelnen Wissens- und Lernumgebungen können genau so individuell sein, wie die Menschen individuell sind. Die Idee des lernOS Memex will hier eine gemeinsame Bezugsgröße schaffen. Memex steht für "Memory Extender" und kann als digitaler Zwilling des eigenen Gehirns, im Englischen auch "second brain" genannt, verstanden werden.

Der Memex im lernOS ist ein System, dem der Nutzer vertraut und der neben allen Organisations- und Planungselementen von lernOS auch Verweise und Beschreibungen auf alle weiteren System enthält, die im Rahmen der lernOS Praxis verwendet werden.

Theoretisch kann der Memex auch analog z.B. in Form eines Notizbuchs umgesetzt werden. In der Praxis kommen aber meist digitale Notizbücher oder Scratchpads zum Einsatz (z.B. OneNote, Evernote), da diese gegenüber analogen Varianten viele Vorteile bieten. So bieten sie z.B. unbegrenzten Platz, können durchsucht werden sowie Audio- und Videoinhalte enthalten.

Kommentare