Zum Inhalt

Kata 5 - Gewohnheiten - im Alltag aktiv werden

Kata 5: Gewohnheiten - im Alltag aktiv werden

In Woche 5 geht es darum, weitere kleine Schritte zu gehen. Hierfür wollen wir zunächst verstehen, wie Gewohnheiten funktionieren und wie du nachhaltige Gewohnheiten im Sinne des Klimaschutzes etablieren kannst. Setze dir anschließend dein persönliches Gewohnheits-Ziel.

Agenda:

  • Check-in: (5 Min)

  • Thema: Wie funktionieren Gewohnheiten? (5 Min)

  • Diskussion: Tausche dich über eure aktuellen Nachhaltigkeits-Gewohnheiten aus (15 Min)

  • Kata - Mein Gewohnheits-Ziel (5 + 10 Min) Setze dir ein Ziel für die nächsten Wochen

  • Check-Out: Was mache ich ab morgen anders? (5 min)

Check-In

Welche Gewohnheit hast du dir kürzlich angeeignet? (oder aufgegeben?)

Thema (1/2): Wie funktionieren Gewohnheiten?

Lese gemeinsam mit den anderen den folgenden Text zum\ Thema Gewohnheiten:

Wir wissen alle, dass unser aktuelles Verhalten schädlich für unseren Planeten ist. Es ist nicht das fehlende Wissen, sondern das fehlende Handeln, das uns Probleme bereitet. Doch wie können wir unser Verhalten wirklich langfristig verändern? Eine Möglichkeit besteht darin, uns mit unseren Gewohnheiten auseinanderzusetzen und diese schrittweise hinsichtlich mehr Nachhaltigkeit anzupassen. Dadurch können wir unseren Fußabdruck minimieren und unseren Handabdruck erhöhen, und zwar in kleinen, leicht umsetzbaren Schritten.

Um das zu tun, sollten wir zunächst verstehen, was Gewohnheiten sind und wie sie funktionieren:

Gewohnheiten machen uns das Leben einfacher. Wenn wir unseren Gewohnheiten folgen, dann müssen wir nicht lange nachdenken. Die Handlungen laufen automatisch ab. Das kennt jede:r von uns, der / die z. B. jeden Tag den gleichen Weg zur Arbeit nimmt. Oft nehmen wir den Weg selbst gar nicht mehr richtig wahr und erwischen uns dabei, dass wir uns fragen, wie wir eigentlich dorthin gelangt sind. Dass wir Gewohnheiten entwickeln, hat einen guten Grund: Unser Gehirn wäre schnell überlastet, wenn es alles bewusst tun müsste. Gewohnheiten erleichtern uns das Leben, weil sie Energie sparen und das Gehirn effizienter nutzen.

Auf neuronaler Ebene sind Gewohnheiten besonders starke neuronale Verbindungen im Gehirn. Sie sind neuronale "Autobahnen" und sie entstehen dadurch, dass sie besonders häufig genutzt werden. Dadurch werden die Verbindungen stabiler, und die Gedanken oder Handlungen laufen, folgend auf einen bestimmten Auslöser, automatisch ab. Werden die Verbindungen nicht mehr so häufig genutzt, werden sie schwächer. Neue Gewohnheiten dagegen sind zunächst nur kleine "Trampelpfade" und müssen erst zu stabilen Verbindungen "ausgebaut" werden. Werden sie nicht (ausreichend) genutzt, verkümmern sie.

Diskussion

Tauscht euch darüber aus, wie Gewohnheiten euer Verhalten in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz prägen. Inwiefern habt ihr evtl. bereits neue Verhaltensweisen in eurem Alltag verankert? Welche Umstellung fiel euch leicht? Was fällt euch bisher noch schwer?

Thema (2/2): Wie kann ich meine Gewohnheiten effektiv verändern?

Aus eigener Erfahrung wissen die meisten von uns, dass es eine große Herausforderung sein kann, positive Gewohnheiten aufzubauen oder uns negative Gewohnheiten abzugewöhnen. Wenn wir allerdings ein paar Prinzipien befolgen, die James Clear in seinem Buch "die 1%-Methode" beschreibt, dann können wir dafür sorgen, dass es wahrscheinlicher wird, dass wir unsere Gewohnheitsziele erreichen.

Verbinde dein Ziel mit deiner Identität.

James Clear verwendet hierbei das Beispiel Sport: Statt zu sagen "Ich mache regelmäßig Sport", sollte man sein Ziel so formulieren, dass es Teil der eigenen Identität werden kann: "Ich bin sportlich" oder "Ich bin Sportler:in".

Bezogen auf das Thema Klimaschutz sollte das Ziel nicht heißen: "Ich setze mich regelmäßig für Klimaschutz ein" sondern "Ich bin Klimaschützer:in"

Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass wir unserem Ziel so automatisch mehr Relevanz zusprechen. Außerdem haben wir alle eine Vorstellung davon, was ein:e Klimaschützer:in tut. Wir können uns also einfach nur fragen: Was würde ein:e Klimaschützer:in tun? und uns durch die entsprechenden Handlungen selbst beweisen, dass wir zu dieser Gruppe gehören, auch wenn sich diese Zuschreibung anfangs möglicherweise noch etwas ungewohnt anfühlt.

Nutze die "Mechanik" von Gewohnheiten, um dir dein Vorhaben zu erleichtern.

Gewohnheiten laufen immer in 4 Phasen ab

Auslöser - Verlangen - Reaktion - Belohnung

Daraus ergeben sich die folgenden Prinzipien, an denen wir uns orientieren können, wenn wir eine Verhaltensänderung anstreben: Die neue Gewohnheit sollte

1) offensichtlich

2) attraktiv

3) einfach

4) befriedigend

sein bzw. genau das Gegenteil, wenn wir versuchen uns eine Gewohnheit abzugewöhnen.

Kata: Setz dir ein Gewohnheitsziel

Nachdem du verstanden hast, wie Gewohnheiten funktionieren und welche "Hacks" dir dabei helfen können, dein Gewohnheitsziel effektiv zu verfolgen, ist es an der Zeit, dir dein persönliches Gewohnheitsziel zu setzen.

Nutze die folgende Vorlage, um dein Ziel schriftlich festzuhalten. Überlege dir, wie du dein eigenes Verhalten nachhaltiger gestalten kannst (Fußabdruck), wie du zum nachhaltigen Verhalten anderer beitragen kannst (Handabdruck) und/oder wie du informiert bleibst und kontinuierlich dazu lernst und damit dein Wissen ausbaust.

Ziel: Wer möchtest du in Zukunft sein? Bsp: Ich bin Klimaschützerin

Kontext: Was ist der Auslöser für deine Gewohnheit (Tag, Uhrzeit, Ort, ...) Bsp.:

  • Immer wenn ich zur Arbeit fahre, ...

  • Jeden Dienstag um 15h, ...

  • Immer wenn ich eine Freundin treffe, die ich lange nicht gesehen habe, ...

Verhalten: Welches nachhaltige Verhalten möchtest du zeigen?

  • nehme ich das Fahrrad,

  • arbeite ich 1h an meinem Handabdrucks-Projekt

  • frage ich sie nach ihren Gefühlen zum Klimawandel

Review am: An welchem Tag möchtest du die Einhaltung deiner neuen Gewohnheit überprüfen? Tipp: sucht euch einen gemeinsamen Termin für die Gruppe aus oder bildet Tandems und setzt euch einen gemeinsamen Termin zu zweit

Checkout

Was mache ich ab morgen anders?

Zitat der Woche:

"Wer möchte ich gewesen sein?" Maja Göpel

Weiterführende Links

Kommentare